Lacktieren?

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Lacktieren?

Beitrag  MarcelD am Fr 14 Mai 2010, 07:50

Ich bin in Foren und Büchern schon ein paar Mal auf den Begriff "Lacktieren" gestoßen,
ohne dass der aber näher beschrieben wurde.
Kann mir einer sagen, was es mit diesem Verfahren auf sich hat?
Aus dem Kontext der Textstellen könnte ich mir vorstellen, dass das eine Art Ast-Pfopfung ist?!

Wenn sich jemand etwas Literatur zum Thema hätte, das wäre super!
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Re: Lacktieren?

Beitrag  uvex am Fr 14 Mai 2010, 08:44

Hallo,

ich denke, es geht hier um 'Ablaktieren'. Das heißt, man fügt einen Ast oder Zweig an eine Stelle eines anderen Gehölzes an, sodass beide miteinander verwachsen. Der Unterschied zum herkömmlichen Veredeln besteht darin, dass das 'Reis' noch mit der Mutterpflanze verbunden bleibt und erst nach dem Anwachsen beide voneinander getrennt werden. Es ist z.B. damit auch möglich, Äste ein und dereselben Pflanze miteinander zu verbinden.
Gerade bei Bonsai bringt das die Möglichkeit, fehlende Äste oder Wurzeln (die können auch am Nebari angefügt werden) innerhalb kürzester Zeit zu ergänzen.
Ich denke, im Internet findet man sicher auch Infos dazu.

So, als Beispiel mal eine Linde von mir, der ich den untersten linken Ast 1994 durch Ablaktieren rangezimmert habe. Das Bild ist von 2009.

VG!



Zuletzt von uvex am Fr 14 Mai 2010, 08:49 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Re: Lacktieren?

Beitrag  Gast am Fr 14 Mai 2010, 08:46

Hallo,

wahrscheinlich meinst du das Ablaktieren und bist schon auf dem richtigen Weg. Nur, dass beim A nicht der zu pfropfende reis von seiner Pflanze getrennt wir sondern andieser belassen, bis er angewachsen ist. Das sind dann oft kleine Jungpflanzen, die in Töpfen an den Baum gehangen oder anders befestigt werden und meist über anplatten mit dem zukünftigen baum verbunden werden. Erst nach erfolgreichem Anwachsen werden die Reiser getrennt.

Schau auch mal hier

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Re: Lacktieren?

Beitrag  MarcelD am Fr 14 Mai 2010, 09:10

Wenn ich das richtig verstanden habe, sind zum Anbringen Jungpflanzen der selben Art geeignet.
Aus der Human-Bio kennt man Abstoßungreaktion, wenn ein fremdes Organ/Körperteil angebracht wird.
Gibt es nicht ähnliche Reaktionen auch bei Bäumen?
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Re: Lacktieren?

Beitrag  MarcelD am Fr 14 Mai 2010, 09:11

MarcelD schrieb:Ich bin in Foren und Büchern schon ein paar Mal auf den Begriff "Laktieren" gestoßen,
ohne dass der aber näher beschrieben wurde.
Kann mir einer sagen, was es mit diesem Verfahren auf sich hat?
Aus dem Kontext der Textstellen könnte ich mir vorstellen, dass das eine Art Ast-Pfopfung ist?!

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Re: Lacktieren?

Beitrag  herbertoy am Fr 14 Mai 2010, 09:19

Hallo,

hier ein Beispiel für das momentan laufende Ablaktieren einer Wurzel an einem Feldahorn. Um den Stammansatz auf lange Sicht zu verbessern wurde eine dreijährige Jungpflanze angesetzt. Die Technik wurde ja bereits oben beschrieben. Fixiert wurde mit einem Nagel; abgedeckt mit Wundknete (hier empfiehlt Hans Kastner übrigens ausnahmsweise die Verwendung von Lac-Balsam, der die Verbindungsstelle besser als Wundkente verschließt). Ablaktiert wurde Anfang April diesen Jahres; im Herbst werde ich mal nachschauen; vielleicht kann ich den oberirdisch wachsenden Teil der Jungpflanze in Frühjahr 2011 entfernen.

Zur letzten Frage: Meines Wissens klappt die Verbindung, auch im Amateurbereich, bei einigen Arten relativ problemlos (Ahorn), bei anderen liegt die Erfolgsquote eher niedrig (Wacholder). Für Misserfolge sind aber (nochmals: nach meinem Wissensstand) technische Unvollkommenheiten ursächlich. Diese sind vielfältiger Natur und reichen von Infektionen durch unsauberes Werkzeug über Fehler beim Anschneiden der Verbindungsstelle bis hin zu fehlender Luftfeuchtigkeit in der Anwachsphase.

Grüße,
herbert
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Re: Lacktieren?

Beitrag  uvex am Fr 14 Mai 2010, 11:04

MarcelD schrieb:Wenn ich das richtig verstanden habe, sind zum Anbringen Jungpflanzen der selben Art geeignet.
Aus der Human-Bio kennt man Abstoßungreaktion, wenn ein fremdes Organ/Körperteil angebracht wird.
Gibt es nicht ähnliche Reaktionen auch bei Bäumen?

Pflanzen der selben Art gehen. Aber, die Problematik dabei ist, dass die (in der Regel) Sämlinge, da genetisch unterschiedlich, auch Unverträglichkeiten zeigen, die sich z.B. durch vermehrtes Wuchern von Narbengewebe äußern können. Desweiteren sind bei Sämlingen unterschiedliche Blattfarben, -formen oder unterschiedliche Herbstfärbungen oder auch Austriebsbeginn möglich. Deshalb sollte man möglichst Teile der selben Pflanze, oder eben vegetativ vermehrte, dadurch genetisch identische, Pflanzen verwenden.
Das trifft z.B. für veredelte Sorten der jeweiligen Art in der Regel zu. Also veredelt man z.B. Acer 'Arakawa' auf 'Arakawa'.

Bei meiner linde habe ich einen anderen Sämling drangetütelt und muß nun mit etwas späterem Austrieb, kleineren Blättern und massiver Narbenbildung leben. Leider.

VG!
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Re: Lacktieren?

Beitrag  MarcelD am Fr 14 Mai 2010, 11:07

Teile der selben Pflanze zu verwenden ist in meinem Falle leider nicht möglich.
Ich versuche deshalb mal mein Glück mit Jungpflanzen.

Vielen Dank für alle Beiträge!
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Re: Lacktieren?

Beitrag  De.Da. am Fr 14 Mai 2010, 11:34

Ich möchte erstmal offiziell Hallo sagen und ich freue mich auf regen Gedankenaustausch mit euch!

Danke für diesen Beitrag!
Das Ablacktieren möchte ich auch versuchen.
Wie auch schon an anderer Stelle erwähnt, habe ich einen großen schönen Feldahorn, bei dem aber 4 Äste sehr staksig sind und entfernt werden sollen.
Deshalb interessiere ich mich für diese Methode sehr.
Neu war mir, das diese Methode auch Probleme bereiten kann (Wucherungen)...
Danke besonders an Uwe für den Tipp!
Ich werde versuchen einige Austriebe richtig durchtreiben zu lassen und diese ablacktieren.
Mal sehen...
An einer anderen Pflanze werde ich die andere Methode mit einer Fremdpflanze trotzdem mal probieren!

MfG daniel
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Re: Lacktieren?

Beitrag  Frank am Sa 15 Mai 2010, 17:33

Hallo Marcel,

MarcelD schrieb:Teile der selben Pflanze zu verwenden ist in meinem Falle leider nicht möglich.

Das verstehe ich jetzt nicht. Ich denke Dir ist deine eigene Ungeduld im Wege. Triebe eine Saison wachsen zu lassen, damit sie lang und kräftig genug werden, sollte schon gehen. Und Stecklinge kann man auch von den meisten Bäumen gewinnen.
Und wenn man sich auf derartige Techniken einlässt, sollte es nicht auf ein oder zwei Jahre ankommen, da Ungeduld das gesamte Ergebniss zu Nichte machen kann.

VG Frank


Zuletzt von Frank am Sa 15 Mai 2010, 20:28 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Re: Lacktieren?

Beitrag  MarcelD am Sa 15 Mai 2010, 19:06

Hallo Frank,
die Kritik ist wohl berechtigt.
Manchmal braucht man einen kleinen Dämpfer in Sachen Gedult ;-)

Viele Grüße Marcel
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Re: Lacktieren?

Beitrag  Frank am Sa 15 Mai 2010, 20:29

Hallo Marcel,

war nicht böse gemeint. Smile

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Re: Lacktieren?

Beitrag  MarcelD am Sa 15 Mai 2010, 20:36

Um Himmels Willen, so kam das bei mir auch nicht an Surprised
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