Cotoneaster divaricatus

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Cotoneaster divaricatus

Beitrag  herbertoy am Mo 22 Nov 2010, 12:42

Hallo,

heute morgen habe ich meine Aufnahmen, die im Lauf des Jahres entstanden sortiert. Bei einer solchen Gelegenheit guckt man mal auch in Ordner der vergangenen Jahre. Und dann fällt eigentlich erst so richtig auf, wie sich Bäume entwickelt haben. Ein Beispiel möchte ich hier zeigen. Es handelt sich um einen Cotoneaster divaricatus, den ich Ende 2006/Anfang 2007 in Linda als klassischen Prebonsai erworben habe und seither (relativ) systematisch aufbaue.

Cotoneaster halte ich persönlich für eine von vielen Bonsaianer zu Unrecht unterschätzte Pflanze. Vor allem der Divaricatus entwickelt gute, charaktervolle Stämme und ist gleichzeitig mehrmals im Jahr sehr attraktiv. Mit Laub besticht er durch seine kleinen Blätter, dann sehen die weiß-rosa Blüten sehr gut aus, im August erfreut er mit vielen roten Früchten, er hat eine attraktive Herbstfärbung und entwickelt schließlich auch ohne Laub im Lauf der Jahre eine ansehnliche Feinverzweigung. Außerdem sind Cotoneaster sehr pflegeleicht, sprechen auf Schnitt gut an, sind gegen Schädlinge ziemlich unempfindlich und ausgesprochen wuchsfreudig (also auch etwas für Ungeduldige).

Die Bilder zeigen den Baum in fünf verschiedenen Entwicklungsstufen.

Grüße,
herbert



1. April 2007: So hat es begonnen. Ein ordentlicher Stamm, einige Aststummel und sehr viel Hoffnung. An den vielen Stellen mit Wundverschluss ist zu sehen, dass ich die künftigen Äste ziemlich rigoros selektiert habe. Dämlicherweise habe ich kein Vorher-Bild gemacht.



23. Februar 2008: Der Zuwachs in der ersten Saison macht Mut. Außerdem haben sich einige Knospen genau an den richtigen Stellen zu viel versprechenden Astansätzen entwickelt.



7. April 2009: Wieder ein Jahr später ist die Verzweigung einen deutlichen Schritt voran gekommen.



5. April 2010: Die Entwicklung geht ohne Verzögerung weiter. Inzwischen ist der Baum auch in seine erste Schale umgezogen. Allerdings empfinde ich im Nachhinein den Pflanzwinkel etwas unglücklich gewählt. Wenn der Baum etwas gegen den Urzeigersinn gedreht wird, verschwindet der Ansatz zur Negativverjüngung des Stammfußes. Auch das sehr symetrische Erscheinungsbild wird dadurch korrigiert. Außerdem passt die Krone besser zum (fast) streng aufrechten Habitus. Das werde ich beim nächsten Umtopfen berücksichtigen müssen.



20. November 2010: Die vierte Wachstumsperiode ist vorüber. Die Entwicklung kann - so meine ich - durchaus zufrieden stellen. Der Aufnahmewinkel berücksichtigt die künftige Pflanzposition. Ziele für die kommenden Jahre: Der erste Ast links muss noch etwas zuelegen. Vielleicht zeigt sich oberhalb des zweiten Astes ine Knospe, die man entwickeln könnte; dann würde man das Problem der Gegenständigkeit mit dem ersten Ast rechts beseitigen können. Und selbstverständlich muss die Verzweigung allgemein noch verfeinert werden.
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Re: Cotoneaster divaricatus

Beitrag  MarcelD am Mo 22 Nov 2010, 13:05

Hallo Herbert, eine sehr schöne Entwicklung!
Ich bin schon gespannt auf den weiteren Werdegang.

Gruß Marcel
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Re: Cotoneaster divaricatus

Beitrag  Thomas am Mo 22 Nov 2010, 18:31

Hallo Herbert,
ich kenne den Baum ja live, allerdings nicht den Urzustand.
Was mich da beeindruckt ist ein Cotoneaster mit so einem Stamm.
Das gibts wohl nur bei Uwe.
Im Urzustand war da ber auch nur ein Stamm und da ist die Entwicklung ganz deutlich und enorm.


_________________
Viele Grüße
Thomas
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Re: Cotoneaster divaricatus

Beitrag  Frank am Mo 22 Nov 2010, 18:46

Hallo Herbert,

ich finde, das ist ein gutes Beispiel, wie man konsequent mit Rohmaterial arbeitet. Das Ergebnis spricht für sich.

Die Schale finde ich noch nicht optimal, aber das hat ja auch noch Zeit.

Dei neue Vorderseite dagegen schon. Der Baum gewinnt dadurch ungemein.

Schön Herbert, gefällt mir wirklich gut.


LG Frank

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Re: Cotoneaster divaricatus

Beitrag  ulrich am Mo 22 Nov 2010, 21:55

ich denke, auch wenn er im Moment etwas Steif daherkommt Herbert, der wird. Einkürzen und einen Shohin draus machen, geht allemal.
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Re: Cotoneaster divaricatus

Beitrag  herbertoy am Mo 22 Nov 2010, 23:13

Hallo Uli,

von wegen Shohin! Der Guudsde ist immerhin 56 cm hoch! Im Ernst ich denke uaf lange Sicht an streng aufrecht - da macht es nicht so viel aus, wenn er wie ein Rekrut bei der Befehlsausgabe dasteht... Wink

Grüße,
herbert
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Re: Cotoneaster divaricatus

Beitrag  uvex am Di 23 Nov 2010, 09:36

Hallo Herbert!

Hat sich richtig gut entwickelt Dein Cotoneaster. Ich glaube sogar, mich an damals erinnern zu können. Solch mächtigen Cotoneaster hatte ich seither, glaub ich, nicht wieder.

Vielleicht mal allgemein zum Cotoneaster: Es gibt ganz viele verschiedene Arten davon. Verkauft werden meist Cotoneaster dammeri - Sorten. Das sind halbimmergrüne, nicht ganz winterharte Bodendecker. Dickenwachstum ist bei denen minimal. Sowas hatte ich auch mal ... gehabt und dann wars erfroren. Cotoneaster divaricatus hingegen ist das blanke Gegenteil. Aufrecht wachsend, Laub abwerfend und absolut winterhart.

Übrigens, Herbert, hast Du Dich bonsaitechnisch auch übelst schnell weiterentwickelt. Ich meine dabei nicht Deinen unveränderten juvenilen Habitus, sondern Deine / Eure Sammlung an Bäumen! Very Happy Das zeugt von viel Liebe, Ausdauer, Geduld und Sachverstand. Das habt Ihr Euch in wenigen Jahren erarbeitet und verdient. Weiter so!

VG Uwe!
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Re: Cotoneaster divaricatus

Beitrag  MarcelD am Fr 11 Apr 2014, 18:01

Hallo Herbert,

hast du zufällig ein aktuelles Bild Deines Cotoneasters?
Es sind ja mittlerweile ein paar Jährchen vergangen.

Gruß
Marcel
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Re: Cotoneaster divaricatus

Beitrag  uvex am Fr 11 Apr 2014, 22:03

MarcelD schrieb:Hallo Herbert,

hast du zufällig ein aktuelles Bild Deines Cotoneasters?
Es sind ja mittlerweile ein paar Jährchen vergangen.

Gruß
Marcel

Hallo Marcel,

im Namen von Herbert erlaube ich mir mal zu antworten, da ich mich mit ihm schon über den Baum ausgetauscht habe: Der Cotoneaster lebt seit 2012 nicht mehr.

Der vergebliche Suche nach einer Erklärung:
Im Frühling 2012 mußte ich auf meinem Feld feststellen, dass die meisten C. divaricatus abgestorben waren. Dann erreichte mich ein Kunde aus Gera, der voller Entsetzen feststellte, dass seine Zwergmispel (aus Linda stammend) nicht mehr austrieb. Außerdem fiel mir auf, dass Grünflächen mit Cotoneaster dammeri (flache Bodendecker) zu tausenden in Gera und Umgebung einfach braun blieben. Ich schob das alles auf den strengen Winter. Bis Herbert mir die traurige Nachricht von seiner Zwergmispel überbrachte. Die stand frostfrei in seinem Glashaus und war schon mehrere Jahre in seinem Besitz.

Von da an verkaufte ich keine Cotoneaster divaricatus mehr, obwohl einige auf dem Feld überlebten. Aber ich wollte abwarten, ob nicht irgendeine verheerende Krankheit (z.B. Feuerbrand) dahinter steckt. Nun, was soll ich sagen, die Probleme traten dann 2 Jahre lang nicht mehr auf. Deshalb habe ich die Zwergmispeln seit 2014 wieder im Verkauf.

Fazit: Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die wir Menschen uns manchmal einfach nicht wirklich erklären können. Trotzdem müssen wir damit leben.

Grüße von Uwe!
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Re: Cotoneaster divaricatus

Beitrag  herbertoy am Fr 11 Apr 2014, 23:34

Hallo,

Uwe hat praktisch alles gesagt, was zu sagen war.

Im Frühjahr 2012 ließ der der Austrieb auf sich warten, obwohl die Knospen so aussahen, als würde sich jeden Moment das Grün zeigen. Dieses kam schließlich stark verzögert, kümmerte aber nur vor sich hin. Gleichzeitig war zu beobachten, dass das Substrat, obwohl sehr durchlässig, kaum noch abtrocknete: Der Baum war augenscheinlich nicht mehr in der Lage, Wasser aufzunehmen. Parallel zu dieser Beobachtung begannen immer mehr Zweige zu verdorren.

Jetzt konnte - so glaubte ich - nur noch eine Notumtopfung helfen. Doch die Wurzeln waren bereits vollkommen hinüber; es blieb nur noch, den Baum zu entsorgen. Kompost oder Bio-Tonne kamen dafür nicht in Frage, da die vermutete Pilzerkrankung nicht auf diesem Weg eine zweite Chance erhalten sollte.

Der Verlust des Baumes tat damals weh. Nicht deshalb, weil hier irgendein Monster-Bonsai herangewachsen wäre - vielmehr waren Barbara & ich bis dahin stolz auf die durch einigermaßen sorgfältige Arbeit erreichte Entwicklung. Und wenn man dann bei der Suche nach Gründen noch vor einem riesengroßen Rathaus steht ...

Aus Uwes Posting entnehme ich, dass es augenscheinlich kein Pflegefehler unsererseits war, der den Cotoneaster-Exitus verursachte. Ein schwacher Trost, aber immerhin ...

Aber: Aufgeben gilt bekanntlich nicht. Ende 2012 fand ein neuer Cotoneaster, diesmal klein und fett, in unseren Garten. Welche Sorte es ist? Keine Ahnung. Noch ist er im Aufbau, doch bisher wächst und gedeiht der Kleine prächtig. Aber das wird vielleicht einmal eine andere Geschichte – dann hoffentlich mit Happy-End.

Grüße,
herbert



Im Frühjahr 2012: Vergebliches Warten auf den Austrieb.



Aufgeben gilt nicht. Der zweite Versuch läuft.
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Re: Cotoneaster divaricatus

Beitrag  ulrich am Sa 12 Apr 2014, 10:25

der kleene ! na der is aber gut Herbert, gefällt mir viiiiel besser  Very Happy 
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Re: Cotoneaster divaricatus

Beitrag  bonsaiklaus am Di 27 Mai 2014, 14:54

Der wirkt schon schön alt!
Gruß Klaus

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Re: Cotoneaster divaricatus

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