alter Picea-Yamadori

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alter Picea-Yamadori

Beitrag  MarcelD am Mi 24 Nov 2010, 12:17

Hallo,

mit den folgenden Zeilen möchte ich euch den Werdegang eines Fichten-Yamadoris zeigen.

Baumart: Picea abies, gem. Fichte
Alter: 80 bis 100 Jahre
Höhe inkl. Schale: 80 cm
Herkunft: Findling aus der Schweiz, 2004 entnommen
Erworben: 2010

Foto aus dem Jahr 2009




Foto aus dem Jahr 2010, kurz vor der Erstgestaltung




360° Grad-Ansicht (könnte ein wenig mehr Ladezeit brauchen)




Dann wollen wir mal.
Die Gestaltung des Baumes stelle sich schwieriger heraus als anfangs gedacht.
- eine dicke Hauptwurzel entlang der Wuchsrichtung des Stammes, Rückseitig keine einzige zu gebrauchende Wurzel
- ein dicker Ast, gebogen wie eine Banane, der dem Stamm in einem unschönen Winkel entspringt

Zunächst einmal etwas Auslichten und Äste, die nicht zur Gestaltung beitragen zur Seite biegen.




Ein Ast nach dem Anderen flog raus, bis sich ein Ast zeigte, der als schöne Stammverlängerung diente.
Also Draht drum und los gehts.
Der große, steil aufragende Jin wurde auf ein Minimum eingekürzt, so dass er das Gesamtbild nicht mehr stört.




Nach dem Eindrahten aller Äste und Ästchen ging es an die Grobformung.
Der große dicke Ast, die "Banane" bleibt noch ein wenig am Baum, um ihm nach diesem großen Eingriff nicht noch zusätzlich zu schwächen
und ihm ein paar zusätzliche Nadeln zu lassen. Je nach dem wie gut sich die Fichte erholt, wird der Ast 2011 abgenommen und durchn einen Shari-Bereich ersetzt.




Das Vorläufige Ergebnis nach einem Tag Arbeit.



Der Baum musste (auch wenn die Zeit nicht die günstigste ist) umgetopft werden.
Die Schale war komplett verwachsen und durch das anhaltende feuchte Wetter nass wie ein Schamm.
Damit sich schnell ein gutes Bodenklima aufbauen kann wurde zum Substrat (Kiryu, Akadama, Bimskies) Mykorrhiza und eine Hand Saidung Ultra gegeben.
Als Winterquartier erhält die Fichte einen hellen Kaltraum, damit die Wurzeln keinen Schaden nehmen und das Mykorrhiza sich ausbreiten kann.
Die Schale ist nicht das Optimimun, aber für die nächsten 2 Jahre ist sie okay.

Bei der Gestaltung haben wir uns absichtlich nicht auf eine Vorderseite festgelegt,
da 2 Seiten dafür denkbar wären. Wir haben zwar eine Favoritenseite, aber erstmal schauen, wie sich der Baum entwickelt.

Hier die 2 möglichen Ansichten:





Für eine bessere Ansicht habe ich den Ast abgedeckt, der nächstes Jahr noch weichen wird.










Vielen, vielen Dank an dieser Stelle an Uwe und Yves!
Gruß Marcel











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MarcelD

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Re: alter Picea-Yamadori

Beitrag  ulrich am Mi 24 Nov 2010, 13:41

ein sehr schöner Baum mit tollen Anlagen. Mir würde so ganz spontan diese Ansicht hier zusagen. Vielleicht kannst Du von dem Ast den Du abschneiden willst unter der Abdeckung noch was verwenden, um den Leerraum zwischen Krone und rechten Ast etwas auszufüllen.


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ulrich

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Re: alter Picea-Yamadori

Beitrag  MarcelD am Mi 24 Nov 2010, 14:02

Hallo Ulrich,

an die Option hatten wir auch schon gedacht.
Dagegen sprich aber die wirklich grottenhässliche bananenform dieses Astes.
Glaube mir, der Ast sieht in Wirklichkeit noch viel merkwürdiger aus, als auf dem Bild.

Zudem müsste der Baum auf uraltes Holz zurückknosopen (siehe Bild)



Ich würde eher dazu tendieren, die leere Stelle durch Astaufbau zu füllen (roter Kringel)



So könnte es vielleicht in ein paar Jahren aussehen.





Aber der Ast bleibt ja auf alle Fälle erstmal dran.


Viele grüße
Marcel
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Re: alter Picea-Yamadori

Beitrag  Amadeus am Mi 24 Nov 2010, 15:48

... hmm Marcel,

es ist immer schön, wenn man sich was zutraut - aber bei solch einem Ausgangsmaterial hätte ich einen mit Fichten vertrauten Gestalter zu Rate gezogen um wirklich das Gestaltungsoptimum herauszukitzeln.

Zudem hast du der Fichte ganz schön was zugemutet - Gestaltung, Umtopfen etc. ... Saidung u. verwende ich übrigens auch - und ich kann diesen org. Dünger ruhigen Herzens weiterempfehlen, aber er braucht, um seine Nährstoffe aufzuschließen, Temperaturen, die jenseits der 20 Grad liegen - im Winter also eher ungünstig Surprised
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Re: alter Picea-Yamadori

Beitrag  MarcelD am Mi 24 Nov 2010, 16:02

Hallo Amadeus,

die Fichte hätte den ganzen Winter vor sich hingemodert, das wollte ich nicht riskieren.
Wir haben das Meiste des alten Substrats am Ballen belassen und auch nur die toten Wurzelbereiche am Rand der Schale entfernt,
anschließend mit grobem Substrat aufgefüllt und alles in eine atmungsaktive Schale gesetzt.
Wurzelballen völlig auskratzen, oder gar ausspülen kam nicht in Frage, falls du diese Befürchtung hattest.

Zur Saidung; völlig nutzlos ist das auch bei kälteren Temperaturen nicht,
da die Mikroorganismen ja die Arbeit bei Temperaturen unter 20 Grad ja nicht völlig einstellen,
sondern deren Stoffwechsel nur verlangsamt abläuft. Da der Baum auch Sparflamme läuft,
sehe ich da nicht sooooo ein großes Problem drin.
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Re: alter Picea-Yamadori

Beitrag  ulrich am Mi 24 Nov 2010, 16:58

welche Ansichtseite hast Du ausgewählt ? Mit Grün auffüllen meine ich den dünnen Ast, nicht die dicke Banane...da ginge doch bestimmt etwas
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Re: alter Picea-Yamadori

Beitrag  Frank am Mi 24 Nov 2010, 19:53

Hallo Marcel,

ich sehe das genau so wie Holger.

mit einem Gestalter der Erfahrung mit Fichten hat wäre die ganze Sache sicher anders ausgegangen.

Dünger in einem Substrat, in welchen sich der Baum erholen soll, ist eher kontraproduktiv. In der kommenden Ruhephase geht der Stoffwechsel des Baumes gegen Null. Was soll der Baum mit dem Dünger anfangen ? Und Wurzeln wachsen am besten in Nährstoff armen Substraten.

Das Du unter den gegebenen umständen umgepflanzt hast, kann ich verstehen. Das gleichzeitig gestaltet wurde, nicht. Es ist bei sehr gesunden Fichten, die in optimalen Substrat stehen schon ein hohes Risiko. Ich drücke Dir ganz fest die Daumen, das dein Schmuckstück nicht abkackt.

Sicher kann ich verstehen, das man auch selbst was machen will, und einem die Finger jucken. Aber das ist meistens nicht das Optimum für den Baum.

VG Frank

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Re: alter Picea-Yamadori

Beitrag  Thomas am Mi 24 Nov 2010, 22:07

Hallo,
das ist wirklich tolles Ausgangsmaterial und ein schöner Beitrag.
Ich würde auch keine Wertung oder Empfehlung abgeben wollen, das man sowas nur live beurteilen kann.

Ich gehe an solch seltenes Material immer mit einer Portion Respekt ran, überlege mir alles zig Mal.
Meist hole ich mir Rat bei Kumpels oder Experten.
Wir haben ja Dank des Seminarprogramms regelmäßig Experten in der Region, die man konsultieren kann.
Z.B. habe ich meine Schwarzkieferkaskade bei 3 Workshops und 2 Seminaren mitgehabt ehe mir jemand eine Lösung vorschlug, die mich restlos überzeugte.

Ich kann Dich allerdings verstehen, es kribbelt , man will was machen usw.
Mir und vielen hier ging und geht das auch so.
Manches habe ich gefühlsmäßig richtig gemacht, Vieles aber auch versemmelt.
Das wünsche ich Dir natürlich für Deinen Baum nicht.

Sofern der Baum alles gut übersteht, ist noch nix verloren.
Die Gestaltung eröffnet alle Möglichkeiten in die eine oder andere Richtung.
Lass Dir und dem Baum Zeit!




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Re: alter Picea-Yamadori

Beitrag  uvex am Do 25 Nov 2010, 09:49

Hallo an alle!

Die skeptischen Reaktionen waren abzusehen. Auch ich war anfangs ablehnend, das Unterfangen anzugehen. Aber ich hab nicht sofort die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, so wie das hier gerade von einigen gemacht wird. Ich habe meine Bedenken formuliert und nähere Infos und Bilder angefordert. Es war also keine Hauruck-Aktion, sondern reiflich überlegt.

Zunächst schickte mir Marcel Bilder der Fichte. Dort war ersichtlich, dass die Krone sehr dicht war und ausgelichtet werden mußte, um für die Gestaltung wichtige Zweige im Inneren zu erhalten. Es war auch absehbar, dass man zur Gestaltung keine 90°-Biegungen von daumendicken Bereichen machen mußte. Auch brauchten keine fetten Äste entfernt werden. Den einzigen starken Eingriff, nämlich die Banane wegzunehmen, konnte man aufschieben.Desweiteren versicherte Marcel, dass die Fichte im Kalthaus frostfrei und trocken überwintert.

Das Gestaltungsergebnis ist nicht mehr als ein Auslichten, das leichte Biegen und defensives Umtopfen. Die Umwicklungen von 2 Bereichen hätte ich im Sommer nicht gemacht. Ist also nur eine kleine zusätzliche Massnahme. So kann der Draht auch etwas länger dort dran bleiben. Der Ballen war zwar äußerst verfilzt und teils verfault, aber es waren noch reichlich intakte Faserwurzeln vorhanden. Drainage funktionierte überhaupt nicht mehr. Es war höchste Zeit, aber noch nicht zu spät. Entfernt haben wir von den Wurzeln nur ca. 25%. Auch ca. 1/3 der alten Erde ist verblieben. Das macht ein erneutes, intensiveres Umtopfen in 2 Jahren notwendig.

Marcel hat es zwar schon geschrieben, trotzdem nochmal: Dem Substrat haben wir verschiedene Mycorrhizasporen und Saidung zugefügt, weil wir ein rein mineralisches Substrat verwendet haben und sicher gehen wollen, dass sich das Bodenleben bis zum Frühling erholt. Das geht nur mit Nähstoffen, klassischerweise mit organischem Volldünger. Dass die Nährstoffe neue Wurzelbildung behindern, dachte ich bis vor Jahren auch. Seit ich aber in neue Erde ein wenig Saidung mit reinmache, kommen die Pflanzen aus der frostreien Überwinterung mit fettem Mycorrhiza und wachsen sofort los, als wäre nie umgetopft worden.

Die Krone wirkt momentan sehr leer. Das zeigt aber, dass die wichtigen Zweige von dem darüberliegenden Zweigen schon sehr unterdrückt wurden. Die Zeit wird die Fülle bringen. Die Zweige der Banane sind nur zu Fotozwecken zusammengebunden. Es ist also mehr Grün verblieben, als es scheint. Viell. kann Marcel ja mal noch zeigen, wie es mit offener Frisur aussieht. Thomas hat es auch gut erkannt, dass wir uns mit der Gestaltung noch mehrere Optionen offen gehalten haben. Das ist bewußt so geschehen. Also kann die Fichte weiter diskutiert und in verschiedene Richtungen weiterentwickelt werden.

Gruß Uwe!
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Re: alter Picea-Yamadori

Beitrag  uvex am Do 25 Nov 2010, 09:58

... nochwas: Der Uralte Jin entgegen der Bewegungsrichtung wurde nicht verändert. Mir scheint ein Biegen mittels Wärme und Wasser durchaus machbar. Die Richtung hängt von der endgültigen Form der Krone ab. Das könnten wir auch noch bei den nächsten MBR-Treffen diskutieren. Wink
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Re: alter Picea-Yamadori

Beitrag  MarcelD am Do 25 Nov 2010, 10:11

Kein Problem, hier noch einmal die volle Lockenpracht.
An der "Banane" haben wir garkeine Äste entfernt,
damit der Baum im Frühjahr noch genug Nadeln zur Energieproduktion hat.

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Re: alter Picea-Yamadori

Beitrag  Hörmi am Do 25 Nov 2010, 11:03

Ein freundliches Hallo an alle,

da ich live dabei war, bin ich der Meinung, wurden nur Arbeiten gemacht die auch notwendig und sicher auch wohlüberlegt und durchdacht waren.
Dies war das Auslichten, um den Ästen Luft und Licht zu geben die für die spätere Gestaltung ( in 1-2 Jahren ) am Baum belassen werden. Und den völlig durchnässten Wurzelballen in neues wasserdurchlässigeres Substrat zu setzen und die alten abgestorbenen Wurzel zu entfernen, um ein Faulen zu verhindern.

Bei der sogenannten " Erstgestaltung " wurde nicht so gravierendes gemacht, was nicht wieder rückgängig gemacht werden kann, da keiner von uns die Weiterentwicklung der Fichte in den nächsten Jahre voraussehen kann. Somit sind auch die Äste an der " Banane" geblieben, damit die Fichte einen guten Start im Frühjahr hinlegen kann.

Jetzt hoffe ich mal , das Marcel die Geduld hat und sich die Fichte optimal entwickelt, um in späterer Zukunft ein für ihn akzeptabler Bonsai entsteht, denn das Potential hat er.

Gruß Yves
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Re: alter Picea-Yamadori

Beitrag  Amadeus am Do 25 Nov 2010, 16:21

uvex schrieb:Aber ich hab nicht sofort die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, so wie das hier gerade von einigen gemacht wird.!
.. das kann ich in dieser Form nicht erkennen
uvex schrieb: Ich habe meine Bedenken formuliert
... eben das lese ich aus den Antworten heraus

uvex schrieb:Der Ballen war zwar äußerst verfilzt und teils verfault, aber es waren noch reichlich intakte Faserwurzeln vorhanden. Drainage funktionierte überhaupt nicht mehr. Es war höchste Zeit, aber noch nicht zu spät.
... unter diesem Aspekt verstärken sich meine Vorbehalte, ob die Maßnahmen in der Summe nötig waren
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Re: alter Picea-Yamadori

Beitrag  MarcelD am Do 25 Nov 2010, 16:51

Ich würde Vorschlagen, wir vertagen die Diskussion auf das kommende Jahr.
Es bringt der Fichte nichts über Zeitpunkt und Art der Eingriffe zu streiten.
Der Baum hat jetzt nunmal seine neue Form und umgetopft ist er auch.

Ich verstehe die diversen Vorbehalte und nehme mir diese auch an.
Ich bitte nur zu bedenken, dass wir unsere Entscheidung nicht aus Dummdiedelei
getroffen haben.

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Re: alter Picea-Yamadori

Beitrag  Thomas am Do 25 Nov 2010, 20:19

Ich habe meinen Beitrag auch nicht als Fundamentalkritik verstanden,
noch liegt es mir fern über Herangehensweise bei Gestaltung und Pflege zu streiten.
Ich habe nur meine eigene Herangehensweise dargestellt.
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Re: alter Picea-Yamadori

Beitrag  Amadeus am Do 25 Nov 2010, 22:46

... eine Sache interessiert mich nun aber doch noch Smile

Das Grün am 'Bananenast' hast du zusammen- und hochgebunden und zwar so, dass es über dem Grün im Kronenbereich liegt. Hatte das einen besondren Grund ?
In meinem Empfinden wird der Baum das oberste Grün im Wachstum forcieren und den Rest nachgeordnet behandeln - anders, er leitet seine Energie vorrangig in einen Bereich der als Reserve gilt und 'vernachlässigt' dabei den frisch gestalteten Kronenbereich.
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Re: alter Picea-Yamadori

Beitrag  uvex am Fr 26 Nov 2010, 02:16

Amadeus schrieb:... eine Sache interessiert mich nun aber doch noch Smile

Das Grün am 'Bananenast' hast du zusammen- und hochgebunden und zwar so, dass es über dem Grün im Kronenbereich liegt. Hatte das einen besondren Grund ?
In meinem Empfinden wird der Baum das oberste Grün im Wachstum forcieren und den Rest nachgeordnet behandeln - anders, er leitet seine Energie vorrangig in einen Bereich der als Reserve gilt und 'vernachlässigt' dabei den frisch gestalteten Kronenbereich.

Entscheidend für dieses 'Hochstecken' des 'Opfergrüns' war die Tatsache, dass die Zweige direkt über dem künftigen Hauptast, bzw. zu nahe an dem oberen Kronenbereich lagen. Hier zeigen halt die Bilder von Marcel auch nur die halbe Wahrheit. Wir haben den wichtigen Kronenbereichen damit mehr Licht gegeben. Deine Angst, dass der Bananenast noch dominanter wird, teile ich nicht, da der Marschplan das Entfernen des selbigen im Sommer 2011 vorsieht. Bis dahin brauchen die anderen Äste vor allem Licht.

Gruß Uwe!
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Re: alter Picea-Yamadori

Beitrag  Amadeus am Mi 19 Okt 2011, 18:35

... fast ein Jahr ist vergangen und ein update würde mich brennend interessieren. Vielen Dank im voraus. sunny
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Re: alter Picea-Yamadori

Beitrag  MarcelD am Do 20 Okt 2011, 09:02

Auf die Frage nach dem Zustand der Picea wartete ich schon ;-)

Vorab, der Fichte geht es prächtig.
Im Frühjahr hatte sie einige Schwierigkeiten, da der Stress für die Pflanze (Topfen, Schneiden und dann noch Drahten)
doch ziemlich groß war. Einige Nadeln wurden braun und dünnere Ästchen vertrockneten.

Ich habe den Baum jeden Tag mit einer Aminosol-Lösung eingesprüht, halbschattig plaziert und auf scharfe Dünger verzichtet.
Ab Mai trieb die Fichte wieder aus und hat bis zum Herbst prima an Grün zugelegt.

Im Moment steht die Fichte entdrahtet da und sieht deshalb ein wenig 'zerrupft' aus.
Nach dem erneuten eindrahten stelle ich ein neues Foto ein.

Marcel
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Re: alter Picea-Yamadori

Beitrag  Amadeus am Do 20 Okt 2011, 10:33

MarcelD schrieb:Auf die Frage nach dem Zustand der Picea wartete ich schon ;-)Marcel

Smile - na dann ist ja alles gut.
Schön zu hören dass es der Fichte gut geht und auf die Bilder bin ich schon ganz gespannt.
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Re: alter Picea-Yamadori

Beitrag  MarcelD am So 16 Sep 2012, 14:56

Auf vielfachem Wunsch einer einzelnen Person,
gib es nach fast 2 Jahren ein kleines Update zu meiner Fichte aus österreichischen Alpen.

Bevor es mit den neusten Bildern losgeht, hier zunächst 2 Entwicklungsschritte der letzten 2 Jahre:






Der bananenförmige Hauptast wurde im Sommer 2011 abgebnommen.
Sehr starker und gesunder Zuwachs im Konenbereich sowie am neuen unteren Hauptast.




Der sehr starke Zuwachs in 2012 hat bereits nach wenigen Monaten die Bandagen gesprengt.


Auch im Kronenbereich hielt die Bandage dem Druck des Zuwachses nicht Stand.


Schnittstelle des ehemaligen "Bananenastes" ... Hier wird später ein Sharibereich herausgearbeitet.


Sehr reife und schön strukturierte Borke.

Ziel für die nächsten Jahre:



Liebe Grüße
Marcel
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Re: alter Picea-Yamadori

Beitrag  ulrich am So 16 Sep 2012, 18:15

gute Pflege !! ergibt wie in diesem Fall ausgesprochen guten und schönen Zuwachs. Ich denke, bei Yamadori - Fichten ist das nicht so selbstverständlich. Mir gefällts sehr gut Marcel, von daher.....Gratulation und weiterhin gute Arbeit mit dem Baum Very Happy
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Re: alter Picea-Yamadori

Beitrag  Amadeus am So 16 Sep 2012, 18:25

... die schaut aber richtig gesund aus, das weist auf eine fachkundige Pflege hin - da freu ich mich schon auf weitere Bilder zur Gestaltung - muss ja auch keine 2 Jahre mehr dauern Smile
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Re: alter Picea-Yamadori

Beitrag  MarcelD am So 16 Sep 2012, 19:37

Vielen Dank Ihr beiden, für die netten Worte!

Ich denke, dass es klimatisch in unserer Gegend für Fichten Ideal ist.
Ich habe da mehr Probleme mit verschiedenen Kiefern.

Ich denke, dass ich mich im kommenden Jahr
erstmal der Wurzel und dem Nebari widmen werde.
Fichten soll man ja in der Gestaltung nicht zu sehr hetzen.
So eine mörderische Gestaltung wie 2010 mache ich nimmer ;-)

Liebe Grüße
Marcel

PS Entschuldigt den Tippfehler auf einem der Bilder
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Re: alter Picea-Yamadori

Beitrag  herbertoy am Mo 17 Sep 2012, 12:31

Hallo Marcel,

konsequente Arbeit, kann man da nur sagen! Deinem Entschluss, bei der Fichte nur peu à peu vorzugehen, muss ich uneingeschränkt beipflichten. Lieber einen Gestaltungsschritt nach dem anderen als alles auf einmal. Die Vitalität der Pflanze zeigt ja auch, dass diese Vorgehensweise richtig ist.

Auf Dauer gesehen wäre mir der große Jin auf der linken Seite zu dominant; er scheint mir die Balance zu stören. Aber damit hat es ja wirklich keine Eile ...

Grüße,
herbert
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